Falsche Nutzung von Menstruationstassen kann Nieren gefährden
Sie sind umweltfreundlich und nachhaltig, doch eine falsche Anwendung kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Wir sprechen über Menstruationstassen.

Du denkst, eine Menstruationstasse einzusetzen ist kinderleicht? Ein neuer Fallbericht aus Dänemark zeigt, dass selbst bei diesem nachhaltigen Periodenprodukt einiges schiefgehen kann.
Beispiel gefällig? Eine Frau landete wegen ihrer falsch platzierten Tasse mit ernsten Nierenproblemen im Krankenhaus.
Dänin klagte über Schmerzen in Bauch und Unterleib
Eine 30-jährige Dänin suchte verzweifelt nach Antworten für ihre quälenden Beschwerden. Sechs Monate lang litt sie unter stechenden Schmerzen in der rechten Seite und im Unterleib, begleitet von Blut im Urin.
Nach zahlreichen Tests und Untersuchungen brachte erst eine Computertomografie die Erklärung. Die Scans zeigten, dass die Menstruationstasse der Frau auf der rechten Seite ihrer Vagina sass und dabei den Harnleiter komprimierte.

Wenn der Harnleiter blockiert wird, staut sich der Urin zurück in die Niere – ein Zustand, der Hydronephrose genannt wird. Diese Rückstauung führt zu Entzündungen im Nierengewebe,
Menstruationstassen sind die Revolution der Periodenhygiene
Menstruationstassen bestehen aus medizinischem Silikon oder thermoplastischen Elastomeren und haben eine charakteristische glockenartige Form. Im Gegensatz zu Tampons oder Binden sammeln sie das Menstruationsblut in ihrem Inneren, anstatt es aufzusaugen oder aufzufangen.
Diese innovative Technologie ermöglicht es, die Tasse bis zu zwölf Stunden am Stück zu tragen, deutlich länger als herkömmliche Produkte. Nach dem Entleeren wird sie einfach ausgespült und kann sofort wieder eingesetzt werden, was besonders praktisch für aktive Frauen ist.

Auch bezüglich Langlebigkeit beeindrucken die Silikontassen: Hochwertige Modelle können bei richtiger Pflege bis zu zehn Jahre verwendet werden. Diese Nachhaltigkeit macht sie zu einer umweltfreundlichen Hygiene-Alternative, die sowohl den Geldbeutel als auch die Natur schont.
Wachsende Beliebtheit mit regionalen Unterschieden
Etwa 19 Prozent der menstruierenden Menschen in ihren Zwanzigern und Dreissigern setzen mittlerweile auf Menstruationstassen. Diese Altersgruppe ist besonders aufgeschlossen für nachhaltige Alternativen und weniger von traditionellen Periodenprodukten geprägt.
Die Verbreitung variiert jedoch stark, je nach geografischer Lage und kulturellem Hintergrund. Während in den USA etwa 10 Prozent der menstruierenden Menschen Tassen verwenden, liegt die Rate in der Türkei bei nur 7 Prozent.
Brasilianische Studentinnen zeigen mit 23 Prozent eine besonders hohe Akzeptanz für diese moderne Lösung. Diese Unterschiede spiegeln sowohl kulturelle Einstellungen als auch den Zugang zu Aufklärung und Produktverfügbarkeit wider.
Die Herausforderungen der Produktauswahl
Die Auswahl der richtigen Menstruationstasse gleicht oft einem Glücksspiel, da es keine einheitlichen Standards gibt. Grösse, Form und Volumen korrelieren nicht miteinander, was es Verbraucherinnen erschwert, das für sie passende Modell zu finden.

Auch die Materialfestigkeit lässt sich nicht von der Form oder dem Material und seiner Verarbeitung ableiten, wie britische Forscher 2021 feststellten. Diese Unvorhersagbarkeit kann zu Fehlkäufen führen, die im schlimmsten Fall Verletzungen zur Folge haben können.
Experten empfehlen daher dringend, vor dem ersten Kauf einen Frauenarzt zu konsultieren. Eine professionelle Beratung kann helfen, die individuell passende Grösse und Form zu bestimmen und mögliche anatomische Besonderheiten zu berücksichtigen.
Auf die richtige Technik kommt es an
Das Einsetzen einer Menstruationstasse erfordert zunächst gründliches Händewaschen mit Seife und warmem Wasser. Anschliessend wird die Tasse gefaltet: Der C-Fold, bei dem die Tasse zur Hälfte zusammengedrückt wird, ist die beliebteste Methode.
Alternative Falttechniken wie der 7-Fold oder Half-Diamond-Fold können je nach Anatomie und Vorliebe besser geeignet sein. Die gefaltete Tasse wird dann vorsichtig in die Vagina eingeführt, wo sie sich unterhalb des Gebärmutterhalses entfaltet.

Eine korrekt platzierte Tasse erzeugt einen leichten Unterdruck und sitzt fest an den Vaginalwänden, ohne spürbar zu sein.
Warnsignale keinesfalls ignorieren – Produkt sicher entfernen
Eine richtig sitzende Menstruationstasse sollte völlig unbemerkt bleiben – jedes Unbehagen deutet auf Probleme hin. Schmerzen oder deutliches Druckgefühl signalisieren meist eine falsche Positionierung oder ungeeignete Grösse.
Der kleine Stiel am unteren Ende der Tasse dient als Entfernungshilfe und sollte gerade noch im Scheideneingang tastbar sein. Beim Herausnehmen wird die Tasse seitlich zusammengedrückt, um den Unterdruck zu lösen, bevor sie langsam herausgezogen wird.
Nach der Entleerung erfolgt eine gründliche Reinigung mit warmem Wasser und milder Seife, bevor die Tasse wieder eingesetzt werden kann. Bei anhaltenden Beschwerden oder ungewöhnlichen Symptomen solltest du unbedingt ärztlichen Rat einholen.














