Warum Kinder oft Übelkeit plagt und was Eltern tun können

Janine Karrasch
Janine Karrasch

Ihr Kind hält sich den Bauch und klagt über Übelkeit? Das hat wohl jeder Elternteil schon durchgemacht. Doch welche Ursachen stecken eigentlich dahinter?

junge hält sich den bauch
Übelkeit bei Kindern kann virale, bakterielle oder auch seelische Ursachen haben. - Depositphotos

Stellen Sie sich vor: Es ist ein sonniger Samstagnachmittag, und Sie haben einen wunderbaren Familienausflug geplant.

Doch plötzlich kommt Ihr Kind zu Ihnen, hält sich den Bauch und sagt: «Mama, Papa, mir ist schlecht.» In diesem Moment verwandelt sich die Vorfreude in Sorge.

Übelkeit bei Kindern ist ein häufiges Phänomen, das Eltern oft vor unbekannte Herausforderungen stellt. Mit dem richtigen Wissen und einigen hilfreichen Tipps können Sie Ihrem Kind jedoch effektiv helfen und gemeinsam durch diese unangenehme Situation navigieren.

Kindern wird leider öfter übel

Übelkeit ist bei Kindern, insbesondere bei Klein- und Schulkindern, ein häufig auftretendes Phänomen. Dies liegt daran, dass die Magenschleimhaut von Kindern empfindlicher auf Veränderungen reagiert als die von Erwachsenen.

Zudem ist das Immunsystem von Kindern noch nicht vollständig ausgereift, was sie insgesamt anfälliger für verschiedene Übelkeitsauslöser macht.

Zu viel Zucker und Fett: Liegt's am Essen?

Bei Übelkeit denken wir natürlich zuerst an die Ernährung. Das stimmt sehr oft im Fall von Übelkeit bei Kindern. Zu fettige Speisen, zu viele Süssigkeiten und für den Kindermagen ungewohnte Nahrungsmittel tun Ihrem Schatz nicht gut.

mädchen mit lolli
Naschen soll erlaubt sein, aber bitte nicht übertreiben. - Depositphotos

Auch zu hastig gegessene Mahlzeiten oder zu grosse Portionen können Übelkeit zur Folge haben. Achten Sie auch deshalb darauf, dass Ihr Kind langsam isst und die Portionsgrössen angemessen sind.

Eiskalte Getränke und unreifes Obst stehen ebenfalls auf der Liste potenzieller Ursachen für Übelkeit. Bieten Sie Ihrem Kind stattdessen Getränke mit Zimmertemperatur und gut gereiftes Obst an.

Achtung: Nahrungsmittelallergie

Übelkeit ist auch ein typisches Symptom von Nahrungsmittelallergien. Diese können für Kinder und Eltern gleichermassen beängstigend sein.

Insbesondere Auslöser wie Milch, Eier, Erdnüsse oder Fisch triggern nicht nur die Haut, sondern können auch Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Die Übelkeit, die Ihr Kind empfindet, ist ein Alarmsignal des Körpers – hören Sie darauf und handeln Sie besonnen.

Führen Sie ein Ernährungstagebuch und beobachten Sie Ihr Kind aufmerksam nach den Mahlzeiten. Mit der richtigen Diagnose und einem durchdachten Ernährungsplan helfen Sie Ihrem Kind, weitestgehend beschwerdefrei und glücklich aufzuwachsen.

Magen-Darm-Infektion als Ursache

Auch Magen-Darm-Erkrankungen treten oft im Zusammenhang mit Übelkeit auf. Die häufigsten Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe und Fieber, die Eltern oft hilflos und besorgt zurücklassen.

Viren und Bakterien sind die Hauptverursacher dieser unangenehmen Beschwerden bei Kindern. So ist die sogenannte Gastroenteritis, umgangssprachlich auch Magen-Darm-Grippe genannt, oft Ergebnis von Infektionen mit Noro-, Rota-, Astro- oder Adenoviren.

Besonders wichtig ist es bei dieser Ursachenvermutung, auf Anzeichen einer Dehydrierung zu achten, da Kinder schneller «austrocknen» als Erwachsene. Symptome wie eingesunkene Augen, trockene Zunge oder seltenes Wasserlassen sollten Eltern alarmieren.

Medikamente sollen helfen, haben aber Nebenwirkungen

Nimmt Ihr Kind Medikamente ein, kann hier die Ursache für Übelkeit liegen: Sie wird als Nebenwirkung mitgeliefert. Solche Medikamente sind Antibiotika, Schmerzmittel und Antihistaminika wie Diphenhydramin oder Dimenhydrinat.

Mädchen hält Pillendose und Stofftier in den Händen
Übelkeit ist eine häufige Nebenwirkung vieler Antibiotika, insbesondere der Makrolide (zum Beispiel Erythromycin) und Tetracycline. - Depositphoto

Antibiotika wie Amoxicillin reizen den Magen und rufen Übelkeit hervor. Auch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können bei empfindlichem Magen Übelkeit verursachen, besonders wenn sie auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Wenn Ihr Kind nach der Einnahme eines Medikaments Übelkeit entwickelt, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt halten. Setzen Sie Medikamente niemals eigenmächtig ab und beachten Sie stets die empfohlene Dosierung.

Wenn die Seele leidet

Eine weitere mögliche Ursache für Übelkeit sind Ängste, Stress oder familiäre Probleme. Diese können zu Magenbeschwerden führen, die oft als Bauchschmerzen oder Übelkeit wahrgenommen werden.

Achten Sie auf Warnsignale wie plötzliche Schulverweigerung, sozialen Rückzug oder wiederkehrende Klagen über Unwohlsein ohne erkennbare körperliche Ursache. Diese Anzeichen können auf zugrunde liegende psychische Schwierigkeiten bis Probleme hindeuten, die in manchen Fällen gar professionelle Hilfe erfordern.

mädchen auf dem schulweg
Stress in der Schule, Mobbing oder sonstige psychologische Herausforderungen können sich auch in körperlichen Symptomen manifestieren. - Depositphotos

Suchen Sie das offene Gespräch mit Ihrem Kind und hören Sie aufmerksam zu, wenn es über seine Gefühle spricht. Bei anhaltenden Beschwerden ist es ratsam, einen Kinderarzt oder Psychotherapeuten zu konsultieren, um mögliche psychosomatische Ursachen abzuklären.

Mit diesen Hausmitteln sagen Sie Übelkeit den Kampf an

Bei Übelkeit können Kinder Kräutertees wie Kamille, Fenchel oder Pfefferminz schluckweise trinken. Zur Linderung hilft auch ein feuchter, kühler Waschlappen auf der Stirn des Kindes.

Geriebener Apfel oder pürierte Banane sind leichte Kost, die den Magen beruhigen können. Vermeiden Sie fett- und milchhaltige Produkte sowie Limonaden, da diese den Magen zusätzlich reizen können.

vater und sohn
Ruhe und ein bisschen Verwöhnung durch die Eltern tun jedem Kind bei Übelkeit gut. - Depositphotos

Feuchtwarme Umschläge auf dem Bauch können bei Bauchschmerzen und Erbrechen Linderung verschaffen. Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung, da Aufregung die Übelkeit verstärken kann – liebevolles Spassen, Kuscheln und Erzählen darf natürlich immer mit dabei sein– und schon bald wird es Ihrem Liebling besser gehen.

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