Darmhormone: Der Schlüssel zur Bekämpfung von Fettleber?

    Marvin Kahlenberg
    Marvin Kahlenberg

    In westlichen Ländern leiden verhältnismässig viele Menschen an einer Fettleber. Forschungen zufolge spielen Darmhormone eine entscheidende Rolle dabei.

    krebs
    Überschüssiges Körperfett könnte für mehr als jede zehnte Krebserkrankung mitverantwortlich sein.. (Archivbild) - Depositphotos

    Forscher der Fujita Health University in Japan haben herausgefunden, dass eine Verringerung spezifischer Hormone – der sogenannten «Proglucagon-derived peptides» (PGDPs) – die Aufnahme von Fetten im Darmtrakt reduziert.

    Dadurch könnte dem Entstehen der verbreiteten Leberkrankheit vorgebeugt werden.

    Fettansammlung in der Leber vermeiden

    Eine Ablagerung von Fetten in der Leber kann durch ungesunde, fettreiche Ernährungsweisen und durch Übergewicht verursacht werden. Das birgt erhebliche Risiken für verschiedene Stoffwechselerkrankungen.

    Fast Food
    Ungesunde Ernährung: auf Dauer eine Gefahr für die Leber. - Depositphotos

    Bisher lag das Hauptaugenmerk vieler Forschungsarbeiten auf dem Fettstoffwechsel innerhalb der Leber selbst. Doch neue Ergebnisse betonen die zentrale Rolle des Darms in diesem komplexen Prozess.

    Die PGDPs, darunter Glucagon, GLP-1 und GLP-2, regulieren bekanntermassen den Lipidstoffwechsel in der Leber. Frühere Untersuchungen zeigten bereits indirekte Zusammenhänge zwischen diesen Hormonen und einer vermehrten Fetteinlagerung in der Leber auf – der genaue Zusammenhang war jedoch bisher ungeklärt.

    Hormone reduzieren Fettanteil der Leber

    Die neue Studie, veröffentlicht in «Nutrients», untersuchte den Einfluss von PGDPs auf die Fettaufnahme und -ansammlung in der Leber. Dafür wurden genetisch modifizierte Mäuse, die nicht über die PGDPs-Hormone verfügten, einer fettreichen Diät ausgesetzt.

    Nach nur einer Woche zeigten die Mäuse eine deutlich geringere Zunahme an ungesunden Fettsäuren und Triglyceriden in der Leber. Zudem wurde das Gewicht des Fettgewebes reduziert.

    Darmbakterien und Hormone als möglicher Schlüssel

    Das Forschungsteam stellte fest, dass die reduzierte Fettaufnahme aus dem Darm für das Ausbleiben von ungesunden Fettablagerungen ausschlaggebend war. Die genveränderten Mäuse wiesen auch bei einem oralen Fetttoleranztest niedrigere Werte auf, was als weitere Bestätigung für die verringerte Lipidaufnahme im Verdauungstrakt gilt.

    Fast Food
    Hormonelle Veränderungen könnten helfen, die Fettaufnahme im Darm zu verringern. - Depositphotos

    In der Darmflora der Mäuse konnten in diesem Zusammenhang auffällige Veränderungen beobachtet werden: Die Zunahme von Parabacteroides und ein Rückgang von Lactobacillus weisen auf eine Resistenz gegen Fettleibigkeit hin.

    Die Forscher sind daher der Meinung, dass hormonelle Eingriffe in Zukunft ein Mittel zur Verbesserung der Darmgesundheit – und damit der Lebergesundheit – sein könnten.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Mutter und Kind mit Handtüchern und Creme
    1 Interaktionen
    Kindergesundheit
    Fetakäse, Brot
    11 Interaktionen
    Ernährung
    Person kratzt sich am Arm
    Krankheiten
    Frau beim Psychotherapeuten
    4 Interaktionen
    Mentale Gesundheit
    Frau auf Laufband
    1 Interaktionen
    Sport & Fitness
    Hände halten
    Mentale Gesundheit