Entspannung als Wundermittel gegen Schilddrüsenüberfunktion?

    Laura Martin
    Laura Martin

    Stress lass nach: Eine Studie deutet darauf hin, dass Stressabbau zur Heilung von stressbedingtem Morbus Basedow führen kann – zumindest in einigen Fällen.

    Gestresste Frau auf Arbeit
    Dass Stress nicht gesund ist, ist bekannt. - Depositphotos

    Stressabbau könne eine positive Auswirkung auf die Symptome von Morbus Basedow haben. Einige von dieser Form der Schilddrüsenüberfunktion betroffenen Patienten konnten ohne den Einsatz entsprechender Medikamente eine Remission erreichen.

    Das legt eine Publikation niederländischer Endokrinologen vom «Zuyd Thyroid Center, Zuyderland Medical Center» in Sittard-Geleen nahe. Veröffentlicht wurden die Untersuchungsergebnisse auf der Website der wissenschaftlichen Fachzeitschrift «Journal of the Endocrine Society».

    Die erstaunliche Kraft des Stressabbaus

    In der Untersuchung wurden elf Patienten beobachtet, bei denen hyperthyreotische Symptome nach einem belastenden Lebensereignis einsetzten. Alle lehnten zunächst die Behandlung mit antithyreoiden Medikamenten ab und vermuteten emotionalen Stress als Ursache ihrer Beschwerden.

    Erstaunlicherweise verbesserten sich ihre Zustände in neun Fällen durch blossen Stressabbau – sowohl klinisch als auch biochemisch.

    Betablocker nur vorübergehend im Einsatz

    Fünf der untersuchten Patienten wurden kurzzeitig (ein bis sechs Monate) mit Betablockern behandelt. Trotzdem wurde bei ihnen eine Verbesserung festgestellt.

    Ärzte mit Medikamenten
    Bei einer Erkrankung der Schilddrüse werden häufig Medikamente verschrieben. - Depositphotos

    Das deutet darauf hin, dass diese Medikamente nicht ausschlaggebend für den Heilungsprozess waren.

    Verschiedene Wege zur Remission

    Dauerhaft symptomfrei blieben fünf Patienten über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 2,3 Jahren. Bei vier Patienten trat Morbus Basedow nach ein bis vier Jahren wieder auf.

    Bei zwei Patienten allerdings wurde eine Behandlung mit Thyreostatika eingeleitet, da ihre FT4-Werte rapide anstiegen.

    Die Suche nach dem «Warum»

    Unterschiede hinsichtlich der Merkmale der Patienten, die eine Remission erreichten, und denen, die das nicht taten, wurden keine festgestellt. Die Forscher vermuten jedoch, dass Stress zur Auslösung von Morbus Basedow führen könnte.

    Frau ertastet Schilddrüse
    Möglicherweise spielt Stress bei der Auslösung von Morbus Basedow eine Rolle. - Depositphotos

    Und zwar genauer gesagt, durch erhöhte Spiegel von Glukokortikoiden und anderen stressbedingten Hormonen und Zytokinen. Sie glauben daher auch, dass Stressabbau das Immunsystem wieder normalisieren könnte.

    Zukünftige Studien sind erforderlich

    Trotz dieser erstaunlichen Ergebnisse betont das Team, dass die Forschungen noch nicht abgeschlossen seien. Gleichzeitig gehe es darum, mögliche Risikofaktoren für einen Misserfolg dieses Ansatzes zu identifizieren.

    Weitere Studien sind demnach erforderlich, um diese Beobachtungen zu bestätigen und spezifische Untergruppen von Patienten mit stressinduzierter Basedow-Krankheit zu identifizieren.

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