Brot-Verbot: So heilsam ist eine glutenfreie Ernährung

Judith Heede
Judith Heede

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Immer mehr Menschen ernähren sich glutenfrei. Das ist nicht nur gut für die Figur, sondern auch für die Gesundheit. Warum, erfahren Sie hier.

Es gibt viele gesunde Alternativen zu Nahrungsmitteln, die Gluten enthalten.
Es gibt viele gesunde Alternativen zu Nahrungsmitteln, die Gluten enthalten. - Depositphotos.

Sie lieben knusprige Semmeln zum Frühstück oder die dampfende Schüssel Pasta am Abend? Doch oft sind genau diese Lebensmittel der Auslöser für Beschwerden.

Immer mehr Menschen entdecken den Nutzen einer glutenfreien Ernährung und berichten von erstaunlichen Verbesserungen ihrer Gesundheit.

Der unsichtbare Feind in unserem Essen

Gluten ist ein Protein, das in vielen Getreidesorten wie Weizen, Gerste und Roggen vorkommt. Es sorgt für Elastizität und Stabilität in unseren Teigwaren.

Weizenkörner in männlicher Hand.
Gluten ist vor allem in Weizenprpodukten enthalten. - Depositphotos

Doch während einige Menschen dieses Protein problemlos verdauen können, führt es bei anderen zu gesundheitlichen Problemen. Dazu zählen unter anderem Zöliakie – eine ernsthafte Autoimmunerkrankung – und die weniger schwerwiegende Gluten-Unverträglichkeit.

Beide Zustände können durch den Konsum glutenhaltiger Lebensmittel ausgelöst werden. Die Symptome können sich in Form von Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen bemerkbar machen.

Von Kopfschmerzen bis Gelenkentzündungen

Eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten kann aber noch weitaus gravierendere Auswirkungen auf den Körper haben als blosse Verdauungsbeschwerden. Laut Alessio Fasano vom Massachusetts Hospital in Boston können unverdaute Glutenpartikel durch die Darmwand ins Blut gelangen und so Entzündungen im gesamten Körper auslösen.

Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Gewichtsverlust, Gelenkschmerzen, Anämie, Osteoporose oder sogar Unfruchtbarkeit. Darüber hinaus gibt es Berichte von Menschen mit entzündlichen Erkrankungen wie Rheumatoider Arthritis, die eine Linderung ihrer Beschwerden durch eine glutenfreie Ernährung erreicht haben.

Die positiven Effekte einer glutenfreien Ernährung

Eine Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung kann viele Vorteile mit sich bringen. So berichten Betroffene etwa von einem verbesserten Cholesterinspiegel, mehr Energie, weniger Müdigkeit und einer besseren Verdauung.

Zudem kann das Risiko für Herzerkrankungen und bestimmte Krebsarten sinken. Ein weiterer Pluspunkt: Durch den Verzicht auf viele industriell verarbeitete Lebensmittel wird oft automatisch zu gesünderen Alternativen gegriffen.

Glutenfrei leben: Was Sie wissen sollten

Trotz der vielen positiven Aspekte sollte man nicht leichtfertig auf eine glutenfreie Diät umstellen. Es ist wichtig, vorher einen Arzt zu konsultieren und sich gegebenenfalls auf Zöliakie testen zu lassen.

Wer auf glutenhaltige Nahrungsmittel wie Getreide verzichtet, sollte darauf achten, genug Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchte zu essen.
Wer auf glutenhaltige Nahrungsmittel wie Getreide verzichtet, sollte darauf achten, genug Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchte zu essen. - Depositphotos

Zudem erfordert eine glutenfreie Ernährung ein hohes Mass an Disziplin und Aufmerksamkeit, da Gluten in vielen Lebensmitteln versteckt ist. Ein weiterer wichtiger Punkt: Eine glutenfreie Ernährung kann dazu führen, dass dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen.

Daher sollte man darauf achten, diese durch andere Quellen – etwa Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchte – zu ersetzen.

Ist diese Ernährungsweise ein Allheilmittel?

Trotz der vielen positiven Berichte gibt es auch Kritik an der glutenfreien Ernährung. So weisen Experten darauf hin, dass nicht genug wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit bei anderen Autoimmunerkrankungen vorliegen.

Ausserdem könnten positive Effekte auch auf die Behandlung einer bisher unentdeckten Zöliakie zurückzuführen sein. Fest steht jedoch: Wer unter einer Glutenunverträglichkeit leidet und seine Ernährung entsprechend umstellt, kann seine Gesundheit deutlich verbessern.

Doch wie bei jeder drastischen Ernährungsumstellung gilt auch hier: Sprechen Sie mit einem Arzt darüber.

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