Intrusion: Was es mit den quälenden Gedanken auf sich hat

Kiran Iqbal
Kiran Iqbal

Quälende, wiederkehrende und manchmal unerklärliche Gedanken werden oft als Intrusion bezeichnet. Erfahren Sie, was es damit auf sich hat und was helfen kann.

Verzweifelte Frau mit gesenktem Kopf und Händen am Kopf
Intrusive Gedanken sind häufig belastend und manchmal sogar verstörend. - Depositphotos

Viele kennen es oder haben es sogar schon mehrmals erlebt: Plötzlich tauchen unerwünschte, oft beunruhigende Bilder oder Ideen in unserem Kopf auf. Diese sogenannten intrusiven Gedanken können von zufälligen Bildern bis hin zu verstörenden oder gewalttätigen Vorstellungen reichen, etwa dem Drang, sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen.

In vielen Fällen sind diese Gedanken harmlos und vorübergehend. Doch wenn sie bleiben, nagen und geradezu überwältigend werden, könnten sie auf eine psychische Erkrankung hindeuten. Dann ist professionelle Hilfe gefragt.

Die Vielfalt der «ungebetenen Gäste»

Es gibt verschiedene Arten von intrusiven Gedanken. Sexuelle Fantasien zum Beispiel sind weit verbreitet und können belastend sein, wenn sie mit Ihren Werten kollidieren.

Traurige, nachdenkliche Frau lehnt sich an Sofa
Intrusionen können zum Beispiel stress- oder traumabedingt auftauchen. - Depositphotos

Genauso verhält es sich mit Gewaltgedanken. Meistens handelt es sich dabei um flüchtige Vorstellungen ohne jegliche Absicht dahinter.

Selbstzweifel sowie gesundheitsbezogene Ängste, wie Kontaminationsängste, sind ebenfalls gängige Formen intrusiver Gedanken. Typisch für sie sind Sorgen über den Kontakt mit Keimen oder andere negative Themen aus dem Bereich Gesundheit.

Ursachen für intrusive Gedanken

Auch die möglichen Ursachen für intrusive Gedanken sind breit gefächert. In manchen Fällen wurden intrusive Gedanken als Hinweise auf ein Trauma erkannt, das (gedanklich) erneut durchlebt wird. Auch Stress, Angstzustände, Schlafmangel und grosse Lebensveränderungen halten als potenzielle Gründe her.

In Expertenkreisen gibt es dazu die Vermutung, dass unser Gehirn mittels intrusiver Gedanken Ängste verarbeitet und uns vor potenziellen Gefahren warnt. Egal, wie (un-)realistisch die Bedrohung in Wirklichkeit ist.

In bestimmten Fällen könnten intrusive Gedanken mit psychischen Erkrankungen wie einer Zwangsstörung, Depression oder PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) verbunden sein. In solchen Fällen sind professionelle Interventionen erforderlich, die nicht nur das Symptom, sondern die ganze Erkrankung an ihrer Wurzel angehen.

Hilfe suchen bei anhaltenden intrusiven Gedanken

Wenn Sie häufig intrusive Gedanken bei sich feststellen und Sie darunter leiden, sollten Sie in Erwägung ziehen, Unterstützung bei einem Psychologen zu suchen. Dieser kann mit Ihnen Ursachenforschung betreiben und gemeinsam mit Ihnen einen Weg aus dem Gedankenkarussell entwerfen.

Mann bei Psychotherapie
Da intrusive Gedanken manchmal mit einer psychischen Erkrankung einhergehen, ist professionelle Unterstützung oft hilfreich. - Depositphotos

Eine professionelle Behandlung kann eine Therapie, Medikamente oder eine Kombination aus beidem umfassen. Als effektive Methode hat sich die kognitive Verhaltenstherapie erwiesen, weil sie dabei hilft, Denkmuster zu erkennen.

Durch das Erlernen neuer Denkstrategien kann der Stress deutlich verringert und das Wohlbefinden verbessert werden.

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