So sorgen Sie für ein gesundes vaginales Mikrobiom

Janine Karrasch
Janine Karrasch

Der Körper ist ein komplexes Ökosystem, bevölkert von Billionen von Mikroorganismen. Besonders faszinierend ist das vaginale Mikrobiom. So bleibt es gesund.

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Das vaginale Mikrobiom hat einen bedeutenden Einfluss auf die Regulation der Immunantwort und den Schutz vor eindringenden Mikroorganismen. - Depositphotos

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Ihr Körper täglich für Sie leistet? Tief in Ihrem Intimbereich arbeitet ein faszinierendes Ökosystem, das Ihre Gesundheit massgeblich beeinflusst.

Das vaginale Mikrobiom ist ein komplexes Zusammenspiel von Mikroorganismen, das Sie schützt und Ihr Wohlbefinden fördert. Entdecken Sie, wie Sie dieses empfindliche Gleichgewicht unterstützen und Ihre Intimgesundheit optimieren können.

Vaginalmikrobiom: Ein unsichtbares Kraftwerk

Das vaginale Mikrobiom wird hauptsächlich von Lactobacillus-Arten dominiert, die eine schützende Funktion erfüllen.

Eine gesunde Balance dieser mikroskopischen Bewohner kann Infektionen verhindern, zu erfolgreichen Schwangerschaften beitragen und sogar hormonelle Veränderungen regulieren.

Die guten Bakterien produzieren Milchsäure und halten den pH-Wert niedrig, was schädliche Mikroorganismen abweist Das Mikrobiom verändert sich im Laufe des Lebens einer Frau, beeinflusst durch Faktoren wie Hormone und Lebensstil.

Auf dem Prüfstand: Ist Ihr Vaginalmikrobiom gesund?

Eine Dysbalance des vaginalen Mikrobioms kann verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen. Doch wie können Sie feststellen, ob Ihr Vaginalmikrobiom im Gleichgewicht ist?

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Störungen des vaginalen Mikrobioms, auch als Dysbiose bezeichnet, können zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, wie zum Beispiel bakterieller Vaginose. - Depositphotos

Ein gesundes Mikrobiom zeichnet sich durch einen leicht sauren pH-Wert zwischen 4,2 und 5,6 aus. Der Ausfluss ist normalerweise klar bis milchig und geruchsneutral.

Regelmässige Selbstbeobachtung hilft, Veränderungen wahrzunehmen. Ein Test-Kit oder der Arztbesuch kann Klarheit über den Zustand Ihres Mikrobioms bringen.

Stimmt's untenrum nicht?

Ungewöhnlicher Ausfluss, oft dünnflüssig, grau-weisslich und mit fischigem Geruch, ist ein häufiges Zeichen für ein gestörtes vaginales Mikrobiom. Der Geruch kann sich nach dem Geschlechtsverkehr verstärken.

Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr deuten ebenfalls auf ein Ungleichgewicht hin. Begleitend können Schwellungen und Rötungen auftreten.

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Achten Sie auf Anzeichen wie normalen Ausfluss ohne unangenehmen Geruch oder Farbveränderungen sowie Schmerzfreiheit beim Geschlechtsverkehr. - Depositphotos

Zusätzlich können Unterleibsschmerzen oder ein krümeliger, weisslicher Ausfluss auf eine Pilzinfektion hinweisen. Lassen Sie solche Symptome ärztlich abklären, um gezielt behandeln zu können.

Von Stress bis Hormonschwankungen: Warum unser Mikrobiom manchmal ausser Kontrolle gerät

Das vaginale Mikrobiom kann durch verschiedene Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten. Hormonelle Schwankungen, wie sie während der Menstruation oder in den Wechseljahren auftreten, können die schützenden Laktobazillen reduzieren.

Auch die Einnahme von Antibiotika oder der Antibabypille kann das empfindliche Gleichgewicht der Scheidenflora beeinträchtigen.

Stress und ein geschwächtes Immunsystem machen die Vagina anfälliger für Infektionen. Zudem kann sexuelle Aktivität, insbesondere häufiger Partnerwechsel, fremde Keime einbringen.

Ihr Arzt kann Ihnen helfen

Ihr Arzt kann das vaginale Mikrobiom durch eine gynäkologische Untersuchung und spezielle Labortests wie den Vaginom-Check oder die Vaginom-Diagnostik beurteilen. Diese Methoden ermöglichen eine umfassende Analyse der Keimbesiedlung und des pH-Werts der Scheidenschleimhaut.

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Ein gesundes vaginales Mikrobiom kann das Risiko von Frühgeburten und anderen schwangerschaftsbedingten Komplikationen verringern. - Depositphotos

Bei einer Störung des Mikrobioms, wie einer bakteriellen Vaginose, verschreibt er Ihnen meist Antibiotika in Kombination mit Probiotika. Diese Therapie zielt darauf ab, schädliche Bakterien zu eliminieren und gleichzeitig die gesunde Vaginalflora wiederherzustellen.

Zusätzlich kann Ihr Arzt individuelle Therapieempfehlungen geben, basierend auf den Testergebnissen. Diese können die Anwendung von Milchsäurepräparaten oder spezifischen Heilpflanzenzubereitungen zur Wiederherstellung des sauren Scheidenmilieus umfassen.

Ernährung: Schlüssel zu einem gesunden Vaginalmikrobiom

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann ebenfalls dazu beitragen, Ihr vaginales Mikrobiom in Balance zu halten. Probiotische Lebensmittel wie Joghurt und Kefir beeinflussen den vaginalen pH-Wert positiv.

Vermeiden Sie hingegen übermässigen Zucker- und Weissmehlkonsum, da diese das Wachstum schädlicher Mikroorganismen begünstigen können. Trinken Sie auch ausreichend Wasser, um Ihre Schleimhäute feucht zu halten.

Auf die richtige Pflege kommt's an

Waschen Sie Ihren Intimbereich täglich nur mit Wasser oder milden, pH-neutralen Reinigungsprodukten. Aggressive Seifen, Duftstoffe und Vaginalspülungen, die das natürliche Gleichgewicht stören können, haben hier nichts zu suchen.

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Duftstoffe, Sprays, Feuchttücher oder parfümierte Seifen können die empfindliche Haut reizen und das Mikrobiom negativ beeinflussen. - Depositphotos

Tupfen Sie sich nach der Reinigung sorgfältig trocken. Vermeiden Sie übertriebene Hygienemassnahmen, da die Vagina sich selbst reinigt.

Tragen Sie Unterwäsche aus atmungsaktiven Naturfasern wie Baumwolle, um Feuchtigkeit abzuleiten. Vermeiden Sie enge, synthetische Kleidung, die die Luftzirkulation behindert und zu einem feuchten Milieu führt.

Bleiben Sie aktiv für ein ausgeglichenes Mikrobiom

Regelmässige körperliche Aktivität unterstützt nicht nur Ihre allgemeine Gesundheit, sondern auch das Gleichgewicht Ihres vaginalen Mikrobioms. Bewegung fördert die Durchblutung und stärkt das Immunsystem, was sich günstig auf die Vaginalflora auswirkt.

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Mit Sport tun Sie Ihrem vaginalem Mikrobiom etwas Gutes. - Depositphotos

Allerdings ist es wichtig, dass Sie nach dem Training die feuchte Sportkleidung wechseln und duschen. Feuchtigkeit und Wärme können sonst das Wachstum von unerwünschten Bakterien und Pilzen im Intimbereich begünstigen.

Atmungsaktive Sportbekleidung hilft, übermässiges Schwitzen zu reduzieren.

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