Kommunikationsprobleme? So finden Sie den Draht zu Ihrem Kind
Fühlen Sie sich manchmal, als kämen Ihre Worte bei Ihrem Kind einfach nicht an? Damit sind Sie nicht allein – und es gibt Lösungen.
Schuld an scheiternden Gesprächen sind häufig Kommunikationshindernisse, denen sich Eltern gar nicht bewusst sind. Diese können selbst die besten Absichten zunichte machen und sowohl bei Ihnen als auch bei Ihrem Kind zu Frust führen.
In diesem Artikel präsentieren wir Ihnen einen Leitfaden, um solche Stolpersteine zu vermeiden und den Weg für offene und ehrliche Gespräche mit Ihrem Kind zu ebnen.
Stille Saboteure: Die grössten Kommunikationssperren
Nichts bedeutet Eltern mehr als ihre Kinder – daher ist auch die Kommunikation sehr emotional geprägt. Aber in unserem Eifer, zu helfen oder zu erklären, greifen wir oft auf Kommunikationsstile zurück, die mehr schaden als nutzen.
Dass Druck und Befehle die Gesprächsatmosphäre dauerhaft schädigen können, ist vielen Eltern bewusst. Sätze wie «Du räumst jetzt dein Zimmer auf» setzen vielleicht zunächst die Autorität als Elternteil durch, können jedoch verletzend wirken.
Aktuelle Bedürfnisse, Emotionen oder Pläne des Kindes werden bei einem solchen Befehl nicht berücksichtigt. Auch vor Satzkonstruktionen mit «Du machst jetzt XY, oder du…» sollten Sie sich hüten.
Achtung vor Moralpredigten und Belehrungen
Als Eltern können Sie sicher sein, dass Sie ganz automatisch Ihr Wertesystem und Ihre Ansichten an Ihr Kind vermitteln. Ausschweifende moralische Belehrungen sind dagegen der falsche Weg, wenn Ihr Kind beispielsweise Streit mit einem Klassenkameraden hatte.
Damit vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es nicht weiss, wie es sich zu verhalten hat, und Probleme nicht selbst lösen kann. Gleiches gilt für ungefragte Ratschläge wie: «An deiner Stelle würde ich dies und das tun».
Ein oft unbemerktes Kommunikationshindernis ist das Interpretieren von Dingen, die Ihr Kind tut. Denn Eltern liegen damit auch leicht einmal falsch, wodurch Kinder sich missverstanden fühlen und in Gesprächen keine Lösung sehen.
Nur Trost zu spenden, ist keine Lösung
Es ist verständlich, dass Eltern ihre Kinder nicht niedergeschlagen oder traurig sehen möchten. Ein einfaches «Das wird schon wieder» ist aber sehr gefährlich.
Denn die Probleme, mit denen Ihr Kind zu Ihnen kommt, sind damit nicht gelöst und auch nicht ausreichend berücksichtigt.
Wenn Sie Lob verwenden, achten Sie zudem darauf, dass Sie es nicht unbewusst als Druckmittel verwenden. Knüpfen Sie Lob nie an Bedingungen oder bestimmte Verhaltensweisen, die Sie sich von Ihrem Kind erwarten.
Aktives Zuhören: Probleme Ihres Kindes verstehen
Das Konzept des aktiven Zuhörens stellt die Bedürfnisse Ihres Kindes in den Vordergrund. Dabei hören Sie mit voller Aufmerksamkeit zu, wenn Ihr Kind über Probleme spricht, ohne dass Sie unterbrechen oder bewerten.
Es geht darum, Ihrem Kind zu zeigen, dass Sie ein sicherer Ort sind, um Emotionen auszudrücken – ohne Angst vor Urteil oder Vergeltung. Indem Sie aktives Zuhören praktizieren und Hindernissen ausweichen, bauen Sie Vertrauen und Nähe in der Beziehung zu Ihrem Kind auf.
Zugleich lehren Sie wertvolle Lebenskompetenzen wie Selbstbewusstsein, Problemlösungsfähigkeiten und emotionale Intelligenz. So helfen Sie Ihrem Kind, besser für die Herausforderungen des Lebens gewappnet zu sein.