Was Sie über Blasenkrebs wissen sollten
Blasenkrebs ist ein heimtückischer Eindringling, der still und leise wächst und sich ausbreitet. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zur Toilette und sehen plötzlich Blut im Urin. Ein Schock durchfährt Sie, und Sorgen machen sich breit.
Könnte es Blasenkrebs sein? Diese Diagnose trifft jährlich Tausende Menschen.
Lesen Sie hier, welche Risikofaktoren es gibt und welche Symptome Sie identifizieren können sollten.
Der stille Feind: Was ist Blasenkrebs?
Blasenkrebs ist ein bösartiger Tumor, der in der Harnblase entsteht. Er entwickelt sich meist aus den Zellen der Blasenschleimhaut.
Blasenkrebs kann oberflächlich auftreten oder tiefer in die Blasenwand einwachsen. Jährlich erkranken in der Schweiz etwa 1300 Menschen an Blasenkrebs.

Diese Zahl setzt sich aus ungefähr 1000 Männern und 300 Frauen zusammen, was zeigt, dass Männer deutlich häufiger betroffen sind als Frauen. Bei Männern ist Blasenkrebs die fünfthäufigste Krebsart.
Ursachen und Risikofaktoren: Wie entsteht Blasenkrebs?
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Blasenkrebs sind nicht vollständig geklärt. Bestimmte Faktoren können jedoch das Risiko erhöhen, an Blasenkrebs zu erkranken.
Rauchen gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für Blasenkrebs. Der Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen, wie sie in manchen Industriezweigen vorkommen, sowie chronische Blasenentzündungen und bestimmte Medikamente können die Gefährdung weiter erhöhen.
Auch genetische Faktoren und das Alter spielen eine Rolle. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken.
Die vielen Gesichter des Übels
Es existieren mehrere Arten von Blasenkrebserkrankungen. Sie werden je nach beteiligtem Zelltyp klassifiziert: Urothelkarzinom (am häufigsten), Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom und kleinzelliges Karzinom.
Zudem wird zwischen muskelinvasivem und nicht-muskelinvasivem Krebstyp unterschieden. Nicht-muskelinvasive Tumore wachsen oberflächlich in der Harnblase und sind auf die Schleimhaut begrenzt.

Muskelinvasive Tumore dringen dagegen in die Muskelschicht der Harnblase ein. Diese Form des Blasenkrebses ist aggressiver und kann sich in umliegendes Gewebe ausbreiten.
Die ersten Anzeichen – Achten Sie auf diese Symptome
Blut im Urin ist oft das erste Zeichen – in der Regel schmerzfrei und intermittierend. Andere Frühsymptome können häufiges Wasserlassen, Schmerzen oder Brennen beim Urinieren sein, ausserdem und die Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren.
Mit fortschreitender Krankheit können weitere Symptome wie Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schwäche und ungewollter Gewichtsverlust auftreten. Bei diesen Symptomen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
So wird die Diagnose gestellt
Die Diagnose beginnt meist mit einer körperlichen Untersuchung und einer Urinanalyse. Dank Blasenspiegelung (Zystoskopie) kann auch ein direkter Blick auf die Blasenschleimhaut geworden werden.

Bei dieser Diagnosemthode wird zunächst die Harnröhrenöffnung desinfiziert und ein betäubendes Gleitmittel in die Harnröhre eingeführt, um das Einführen des Zystoskops zu erleichtern. Anschliessend wird das Zystoskop durch die Harnröhre in die Blase geschoben, die mit einer Spüllösung gefüllt wird, um die Schleimhaut besser untersuchen zu können.
Bei Verdacht auf Blasenkrebs wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT helfen zudem dabei, die Ausbreitung des Tumors zu bestimmen.
Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der Art des Tumors
Blasenkrebs ist eine Erkrankung, die je nach Tumorstadium und -art unterschiedliche Therapien erfordert. Die Behandlung zielt darauf ab, den Tumor zu entfernen und Rückfälle zu verhindern, wobei sowohl operative als auch medikamentöse und strahlentherapeutische Ansätze zur Verfügung stehen.
Nicht-muskelinvasive Tumore werden meist durch die transurethrale Resektion (TUR-B) entfernt. Hierbei wird der Tumor durch die Harnröhre hindurch mit einer Elektroschlinge abgetragen.

Um Rückfällen vorzubeugen, wird häufig eine Chemotherapie oder Immuntherapie direkt in die Blase verabreicht. Diese sogenannte Instillationstherapie erfolgt über einen Katheter.
Behandlung von muskelinvasivem Blasenkrebs
Bei muskelinvasivem Blasenkrebs wird oft die gesamte Harnblase entfernt. Zusätzlich werden umliegende Organe wie Prostata oder Gebärmutter mit entfernt.
Nach der Blasenentfernung wird der Urin über ein Darmstück abgeleitet oder eine Ersatzblase aus Darmgewebe geformt. In manchen Fällen gelingt dann nach der Heilung wieder ein ganz normales Wasserlassen.
Der Kampf gegen den Krebs: Chemotherapie und Bestrahlung
Bei fortgeschrittenen Stadien wird eine Chemotherapie eingesetzt, um Krebszellen im gesamten Körper zu bekämpfen. Sie kann vor oder nach einer Operation erfolgen.
Mit ihr kombiniert wird oft eine Strahlentherapie, um lokal verbleibende Tumorzellen ganz gezielt zu zerstören. Für Patienten, bei denen keine Operation möglich ist, ist die Strahlentherapie eine naheliegende Option.
Beide Behandlungsarten können Nebenwirkungen wie Übelkeit und Müdigkeit verursachen. Eine sorgfältige Planung minimiert aber zumindest das Risiko schwerer Komplikationen bei diesem oft lebensrettenden Behandlungsansatz.
Innovative Ansätze durch Immuntherapie
Die Immuntherapie mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) wird bei bestimmten Tumoren eingesetzt. Sie aktiviert das Immunsystem, um verbliebene Krebszellen zu bekämpfen.

Auch moderne Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und Immuncheckpoint-Inhibitoren zeigen vielversprechende Ergebnisse. Sie werden vor allem bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Blasenkrebs getestet.
Zusätzlich zur Schulmedizin nutzen einige Patienten komplementäre Ansätze wie Ernährungsumstellungen. Beachten Sie jedoch, dass diese keine bewährten Therapien ersetzen.
Vorbeugung & Leben mit Blasenkrebs
Eine gesunde Lebensweise kann die Prognose verbessern. Hören Sie mit dem Rauchen auf, ernähren Sie sich ausgewogen und gehen Sie regelmässig zu Nachsorgeuntersuchungen, um potenzielle Rückfälle frühzeitig zu erkennen.
Die Diagnose Krebs ist für viele Menschen ein schwerer Schock und bringt oft auch immense seelische Belastungen mit sich. Neben der physischen Krankheit leiden viele Betroffene unter Ängsten, Depressionen oder Überforderung.

Psychologische Betreuung kann die Lebensqualität steigern, indem sie emotionale Stabilität fördert und den Umgang mit körperlichen Beschwerden erleichtert. Zudem hilft sie, die Bereitschaft zur Therapie aufrechtzuerhalten.
Die Betreuung kann in jeder Phase der Erkrankung erfolgen – von der Diagnose bis zur Nachsorge. Auch nach Abschluss der medizinischen Therapie bleibt sie ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation.