Immer häufiger sterben Menschen an den Folgen von Demenz
Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) erkranken in der Schweiz jährlich über 32'000 Menschen an Demenz. Forschungen zeigen, dass die Sterberate weltweit steigt.
In nur zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Menschen, die an Demenzfolgen sterben, von etwa 150'000 im Jahr 1999 auf über 450'000 im Jahr 2020 gestiegen. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor, die in «The Primary Care Companion for CNS Disorders» veröffentlicht wurde.
Diese Entwicklung betrifft alle demografischen Gruppen gleichermassen.
Mögliche Gründe dafür sind laut Studienautor Mohsan Ali vom King Edward Medical University in Pakistan, dass Menschen länger leben oder Diagnosen früher gestellt werden.
Frauen und Menschen auf dem Land besonders gefährdet
Besonders stark zugenommen haben die Todesfälle bei Frauen. Laut Ali könnten biologische und genetische Faktoren dazu führen, dass Frauen anfälliger für Demenz sind.
Aber auch Menschen in ländlichen Gemeinschaften sind häufiger betroffen. In solchen Gebieten erschwert der begrenzte Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und mangelnde Unterstützung die Situation.
Auch schwarze Erwachsene weisen eine hohe Sterberate auf – höher als nicht-hispanische Weisse oder Hispanics.
Prävention ist möglich
Trotz dieser besorgniserregenden Statistiken betonen Experten, dass jeder Einzelne einen gewissen Einfluss auf seine kognitive Gesundheit hat. Bis zu 45 Prozent der Demenzfälle könnten durch den Umgang mit 14 veränderbaren Risikofaktoren vermieden werden.
Zu diesen Faktoren zählen unter anderem geringe Bildung und Bewegungsmangel. Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum gehören ebenfalls dazu.
Zu erwähnen sind auch verschiedene chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes.
Früherkennung ist entscheidend
Die Früherkennung von Demenz ist laut Experten ein wesentlicher Schritt zur Bekämpfung der Krankheit. Die Diagnose erfolgt normalerweise durch eine Kombination aus kognitiven Tests und Gehirnbildgebung.
Ausserdem wird eine Untersuchung des Liquors (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) auf spezielle Proteine vorgenommen, die mit Demenz assoziiert werden. Da diese Tests jedoch nicht überall zu bekommen sind und teuer sein können, arbeiten Forscher an einfacher zugänglichen Screeningmethoden.
Dazu gehören auch Bluttests für Alzheimer ‒ die als häufigste Form von Demenz.