Bulimie im Freundeskreis: So verhalten Sie sich richtig

    Kiran Iqbal
    Kiran Iqbal

    Etwa 3,5 Prozent der Schweizer gleiten laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Laufe ihres Lebens in eine Essstörung. So helfen Sie bei einer Bulimie.

    Zwei junge Frauen auf einem Sofa, Trost, Trauer
    Eine Bulimie erfordert nicht nur professionelle Hilfe, sondern auch Unterstützung aus dem Umfeld. - Depositphotos

    Bulimie ist eine heimtückische Erkrankung, die das Leben von Betroffenen und deren Umfeld stark beeinflusst. Viele Angehörige fühlen sich hilflos und wissen oft nicht, was jetzt das Richtige ist.

    Sie kennen diese Situation? Wir geben Ihnen Tipps, wo Sie ansetzen können.

    Fragen, nicht urteilen

    Die erste Regel lautet: Seien Sie eine Unterstützung, ohne den Erkrankten zu überfordern oder zu bevormunden. In erster Linie gilt: Fragen Sie stets behutsam nach den Gefühlen der Person, ohne Druck auszuüben.

    Verzweifelte Frau sitzt auf dem Badezimmerboden neben der Toilette
    Bulimie ist geprägt von unkontrollierten Essanfällen und anschliessender Kompensation durch Erbrechen, exzessiven Sport oder extremes Hungern. (Symbolbild) - depositphotos

    Besonders wichtig: Meiden Sie aufgeladene Gespräche über das Essverhalten oder das Aussehen, denn das verstärkt potenzielle Scham und begünstigt einen Rückzug.

    Empathie und Verständnis beweisen

    Menschen mit Bulimie kämpfen oft mit starken inneren Konflikten und Selbstzweifeln. Zeigen Sie Verständnis für die schwierige Situation und vermeiden Sie Schuldzuweisungen, denn diese helfen nicht weiter.

    Drücken Sie Ihre Unterstützung aus, indem Sie zuhören; teilen Sie Ihre eigenen Gefühle woanders, werden Sie nicht zu einer zusätzlichen Last.

    Und: Machen Sie sich bewusst, dass Essstörungen komplexe Erkrankungen sind, die professioneller Hilfe bedürfen. Als Freund, Familie oder anders nahestehender Mensch können Sie Betroffene unterstützen, aber nicht die Rolle eines Arztes oder eines Psychotherapeuten übernehmen.

    Klare Grenzen setzen – ohne zu bevormunden

    Als Angehöriger oder Freund ist es wichtig, klare Grenzen zu ziehen, um nicht unbewusst das krankhafte Verhalten zu unterstützen. Vermeiden Sie zum Beispiel, nach Essattacken aufzuräumen, da dies eine bestehende Essstörung noch verstärken kann.

    Und: Sprechen Sie das Thema Bulimie offen an, statt es zu verschweigen, denn das verstärkt das Problem ebenfalls. Verdrängung hilft niemandem.

    Psychotherapiesitzung
    Eine Psychotherapie ist bei einer Essstörung das Mittel der Wahl für Betroffene. - Depositphotos

    Gleichzeitig sollten Sie sich davor hüten, die Kontrolle übernehmen zu wollen. Es geht darum, die betroffene Person zu ermutigen, eigene Schritte zu gehen ‒ lassen Sie Raum für Eigeninitiative und Selbstverantwortung.

    Professionelle Hilfe – der Weg aus der Bulimie

    Eine Bulimie verschwindet selten von allein, professionelle Unterstützung ist fast immer unerlässlich. Die Behandlung umfasst meist eine Kombination aus Psychotherapie, Ernährungsberatung und medizinischer Betreuung.

    Besonders wirksam ist die kognitive Verhaltenstherapie, weil sie Betroffenen dabei hilft, eigene Denkmuster und Auslöser für Essanfälle zu erkennen und zu verändern. Je nach Schweregrad kann die Therapie ambulant, tagesklinisch oder stationär erfolgen.

    Ergänzend gibt es Angebote wie Kunst- oder Bewegungstherapie, die helfen, neue Wege im Umgang mit Stress und Gefühlen zu finden. Angehörige können die Therapie begleiten, etwa durch Familiengespräche oder den Austausch mit Beratungsstellen.

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    Kommentare

    User #3112 (nicht angemeldet)

    Also ehrlich sein:“…du bist ein Egoist, alle sollen nach deiner Pfeife tanzen und sich um dich sorgen. Ohne mich, werd erwachsen und schaue wie die zurecht kommst!!“ in etwa so…?🙄

    User #4104 (nicht angemeldet)

    Das ist kein Thema, was hier abgehandelt werden kann.

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